Was tun bei einer Durchsuchung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine Durchsuchung von Räumen — Büro, Lager oder Wohnung — kommt plötzlich und ist belastend. Diese Anleitung hilft Ihnen, ruhig zu bleiben und sich nicht durch überstürztes Handeln zu schaden. Sie ist ausschließlich allgemeine Information und ersetzt nicht die persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in Ihrer konkreten Situation.
1. Ruhig bleiben und keinen körperlichen Widerstand leisten
Die ersten Minuten zählen am meisten. Geraten Sie nicht in Panik, versuchen Sie nicht, etwas zu verstecken, zu vernichten oder wegzuschaffen — das kann als eigenständige Handlungen gewertet werden und die Lage verschlimmern. Lassen Sie sich nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung mit den Beamten ein.
2. Grundlage und Dokumente prüfen
Sie haben das Recht, das Dokument zu lesen, auf dessen Grundlage die Durchsuchung durchgeführt wird, und die Daten der erschienenen Personen zu notieren.
- Bitten Sie die Beamten, ihre Dienstausweise zu zeigen; notieren Sie Namen und Funktionen.
- Lesen Sie den Beschluss des Ermittlungsrichters (Institut der ukrainischen Strafprozessordnung — richterliche Kontrolle der Ermittlungen) oder die andere genannte Grundlage der Durchsuchung — Aktenzeichen, Adresse, wonach genau gesucht wird.
- Prüfen Sie, ob die Adresse im Dokument mit Ihrer übereinstimmt.
3. Sofort einen Rechtsanwalt rufen
Das ist Ihr zentrales Recht. Sie haben das Recht auf rechtlichen Beistand — der Rechtsanwalt (ein ukrainischer Rechtsanwalt, eingetragen im Register ЄРАУ) überwacht die Rechtmäßigkeit dessen, was während der Durchsuchung geschieht. Wenn Sie an Defend24 angeschlossen sind — drücken Sie im Bot den Knopf „Alarm“, und ein diensthabender Rechtsanwalt wird zu Ihnen entsandt.
4. Nutzen Sie das Recht, nicht gegen sich selbst auszusagen
Sie haben das Recht, bis zum Eintreffen Ihres Rechtsanwalts keine Erklärungen abzugeben und keine Fragen zu beantworten. Das ist kein Schuldeingeständnis — es ist Ihr gesetzliches Recht. Am besten sagen Sie höflich, dass Sie alle Erklärungen im Beisein Ihres Verteidigers abgeben werden.
5. Beobachten und den Ablauf festhalten
- Ziehen Sie nach Möglichkeit zwei unbeteiligte Zeugen hinzu, die kein Interesse am Fall haben.
- Achten Sie darauf, dass alles Beschlagnahmte mit einem Verzeichnis ins Protokoll aufgenommen wird.
- Notieren Sie Beginn und Ende sowie die Liste der Anwesenden.
6. Das Protokoll vor dem Unterschreiben aufmerksam lesen
Unterschreiben Sie das Protokoll nicht ungelesen. Prüfen Sie, ob es alles Beschlagnahmte und den Ablauf der Durchsuchung genau wiedergibt. Haben Sie Einwände — tragen Sie sie vor der Unterschrift eigenhändig in das entsprechende Feld ein. Sie haben das Recht auf eine Kopie des Protokolls.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Übereilte Erklärungen, „um es hinter sich zu bringen“.
- Dokumente ungelesen unterschreiben.
- Versuche, Gegenstände zu verstecken oder zu vernichten.
- Sich auf Konflikte und Provokationen einlassen.
- Ohne Rechtsanwalt bleiben, obwohl Sie einen rufen können.
Dieses Material dient nur der Information und ist keine Rechtsberatung. Für das Vorgehen in Ihrer konkreten Situation wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt.